Mystisches Kabarett

Alejandro Jodorowsky
© Ana Bolívar
Seit mehr als 20 Jahren veranstaltet Alejandro Jodorowsky mystisches Kabarett. Die Idee kam ihm in Paris. Ein Freund stellte ihm sein Dojo zur Verfügung, und Jodo hielt dort allwöchentlich Vorträge. Tarotlegen, spirituelle Geschichten aus der Sufi-Tradition oder dem Zen-Buddhismus, heilende Rollenspiele. Eine bunte und vorurteilslose Mischung, die dem Namen Kabarett alle Ehre macht. Kostproben dieser Arbeit gibt es in dem gleichnamigen Band „Cabaret Místico“, bisher nur auf Spanisch und Französisch, oder auch in „Der Finger und der Mond“.

Zu den noch immer stattfindenden Mittwochsveranstaltungen im Café „Le Téméraire“ganz in der Nähe seiner Wohnung am Boulevard Daumesnil am Gare de Lyon pilgern Woche für Woche Hunderte von Fans. Ab 15 h kann man sich für eine Session einschreiben, um 16 h wird gelost und ab 17 h legt Jodo die Karten.
In seiner ersten Zeit in Paris lernte Jodorowsky von der chilenischen Sängerin Violeta Parra, dass man wesentliche Dinge, die einem am Herzen liegen, um ihrer selbst willen tun solle. Deshalb berät er immer gratis: als Dank erbittet er sich nur, dass der Behandelte ihm mit dem Finger „Merci“ in die Hand schreibt.