Berühmt - und berüchtigt - wurde Alejandro Jodorowsky in den 1970er Jahren mit den beiden Spielfilmen „El Topo“ und „Montaña Sacra“. Die Mischung aus Abenteuer und New Age, auf verschiedene spirituelle Traditionen zurückgreifend und voller allegorischer Darstellungen, versetzt mit Brutalität und Nacktheit auf verschiedenen Ebenen, traf den Zeitgeist und wurde in der Hippie-Szene zum Kult. Heute mag es nicht ganz einfach sein, sich auf den eher langsamen Spannungsbogen der Story, die wilde Bilderflut und die dahinterstehende Symbolik einzulassen – als historisches Zeugnis haben Jodos Filme allemal ihren Platz in der Kinogeschichte.

In den letzten Jahren wurde Jodorowskys Filmwerk mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Jack Smith Lifetime Achievement-Preis des Chicago Underground Film Festivals (2000) oder dem Preis „Máquina del tiempo“ des Filmfestivals von Sitges (2006). 2006 überreichte die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet Jodorowsky für seine künstlerischen und kulturellen Verdienste den Pablo-Neruda-Preis.
Jahrelang waren die Jodo-Klassiker nur als Raubkopien zu sehen – nach einem Streit hatte Produzent Allen Klein den Vertrieb untersagt. 2004 versöhnten Jodorowsky und Klein sich bei einem Treffen in London. Inzwischen sind alle Jodorowsky-Filme mit Beimaterialien auf DVD zu erhalten. Es gibt immer wieder Gerüchte, Jodorowsky arbeite an einem neuen Film, u.a. „The Sons of El Topo“, dem Gangsterfilm „King Shot“ mit Marilyn Manson und Nick Nolte und einem Film über Psychomagie.
Jodorowsky über seine Filme:
„Die meisten Regisseure machen Filme mit ihren Augen. Ich mache Filme mit meinen Eiern.“
„Kino muss dieselbe Kraft haben wie LSD. Es muss ins Unbewusste dringen und einen spirituellen Schock hervorrufen.“